Salut Saint Étienne

Nun sind wir also wieder zurück aus Frankreich. Es war wie jedes Jahr auch diesmal wieder ein klasse Event. Wie erging es uns nun also genau?

Nach langem Suchen nach einem passenden Transportmittel konnte ich den Leipziger Stadtsportbund dazu bewegen, uns einen Bus zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen. Das war dann ein Peugeot mit monströsen Ausmaßen. Ich glaube, dass wir noch nie so viel Platz für Gepäck in einem voll bepackten Kleinbus hatten!!

Das Einsammeln aller Schützen verlief dann eher wie bei dem berühmten überqueren des Flusses von Kohlkopf, Wolf und Ziege: Ich fuhr mit Heiko Donnerstag Abend gegen 22 Uhr los während etwa zeitgleich Anke von Magdeburg nach Braunschweig zu Nils und Alex fuhr. Kurz nach Mitternacht hatten wir uns an der ersten Abfahrt nach dem Kirchheimer Dreieck verabredet. Dort sollte auch Björn zu uns stoßen. Das Timing war perfekt - innerhalb von fünf Minuten trudelten alle ein. Die Autos waren schnell in irgendeinem Dorf an der Autobahn abgestellt. Danach ging's weiter zu Rüdiger nach Stuttgart, der das Haus seiner Eltern als Nachtquartier zur Verfügung gestellt hatte. Irgendwann nachts (war es 3 oder 4 Uhr??) kamen wir dann in Bempflingen bei Stuttgart an. Nach ein paar Stunden Schlaf und einem genialen Frühstück (Danke Frau Luik!!) traf auch Alex Riedl in seinem Auto, dessen aktuelle Farbe noch nicht identifiziert werden konnte, bei Rüdiger ein. Dann
Der wirklich geniale Ausblick von der Autobahn auf den Genfer See
ging's über die Schweiz mit einem phantastischen Ausblick auf den Genfer See nach Lyon und weiter nach St. Étienne. Ohne es zu wissen, hatten die Slowaken übrigens keine 5 km von uns entfernt die Nacht verbracht. Aber gut, dass wir nichts von einander wussten, sonst wäre wohl schon diese Nacht schlaflos verlaufen...

In St. Étienne erwartete uns erst mal ein kleiner Imbiss. Dabei kam auch Rüdigers Mitbringsel, eine hauseigene Flasche Selbstgebrannter (Rüdi, ich denke, Deine Eltern stöbern nicht im Netz, oder?), die ihm von daheim VON SELBST gefolgt war, sehr gut als völkerverständigendes Instrumentarium an. Nach der kleinen Stärkung hatten wir nur kurz Zeit, um die Sachen ins Hotel zu bringen. Die Franzosen hatten uns als gute Gastgeber auf einen kleinen Kneipenbummel eingeladen, dem wir zusammen mit den Slowaken, den Schweizern und den österreichern natürlich folgten. In einer zünftigen Studentenkneipe bekamen wir dann regelmäßig 3-Liter-Bierzapfsäulen serviert, die zu leeren waren - die optimale Wettkampfvorbereitung war somit auch gewährleistet. Einige von uns zog es aber auch eher an die Bar oder die Tanzfläche, wo sich die eine oder andere einheimische und ausländische Schönheit tummelte, die unterhalten sein wollte - und sei es auch nur mit Blicken (Schönen Gruß an dieser Stelle an die Lady in Red von Alex R... :-))

Am nächsten morgen lud unsere Gastgeberin, Francoise Quinson, zu einem traditionellen Pokalwettkampf
Das abendliche Menü am Samstag
apéritif (cocktail), macédoine darne de saumon, rôti de veau, gratin, dauphinois, dessert et café - na, klingt das nicht genial?
im Salle Omnisport, wo später auch der eigentliche Studenten-Europacup ausgetragen werden sollte. So hatten wir Gelegenheit, den Stand schon mal ein wenig zu testen und an der Scheibenkurbel zu drehen. Nils drehte die Kurbel ziemlich heftig, was ihm auch den zweiten Platz und einen Pokal mit 382 Ringen einbrachte. Anke hatte mit dem Gewehr dagegen ziemlich viel Pech, da sie ringgleich mit der drittplatzierten Ungarin Vierte wurde.

Am Nachmittag aber folgte dann der eigentliche Wettkampf. Bei diesem schnappte Alex R. dann Nils den dritten Platz mit 376 mit der besseren letzten Serie weg. Die Siege errangen bei den Pistolenschützen, wie schon oft auch beim BHvS, Zuzana und Miro aus der Slowakei. Folglich dominierten sie auch die Mannschaftswertung in der unser Team mit Alex R., Nils und Rüdiger auf den Bronzerang kamen. Die Gewehrschützen waren hingegen diesmal leider nicht ganz so erfolgreich. Während Zoltan Fluck aus Ungarn mit 394 Ringen klar gewann, wurden Björn und Alex S. Fünft- bzw. Sechstplazierter mit 387/386 Ringen.

Am abendlichen Abschiedsbankett nahmen bis auf die Ungarn, alle Nationen komplett teil. Da bekam der Ausspruch "Essen wie Gott in Frankreich" neue Bedeutung. Während die Gastgeber
Ein letztes Päuschen auf der Rückfahrt an Rüdigers mobilen Kaffeekocher
fürstlich auftafelten hatten alle einen tierischen Spaß, als Fritz Holzer, der Official der Schweizer, Mme Quinson eine originale Schweizer Kuhglocke überreichte. Als wir um drei Uhr ins Hotel kamen, hatten wir noch vier Stunden bis zum Trip nach Hause. Die nutzten (fast) alle, um noch eine Mütze Schlaf zu nehmen. Dann ging's ab nach Hause. Erwähnenswert ist dabei noch, dass der Preis für Diesel in der Schweiz höher ist, als der für Benzin. Daher wollten wir unbedingt vermeiden, in der Schweiz zu tanken, weshalb wir auf Anraten von Rüdiger, die rote Leuchte auf dem Tankdisplay als "noch 50 km" deuteten und mit dem letzten Tropfen Benzin über die Grenze rollten. Wenig später standen ein paar dampfende Pizzas in Bempflingen auf dem Abendbrottisch (wieder: Danke, Frau Luik!!) und irgendwann in der Nacht waren alle nach reichlich 2700km Busfahrt (Hin- und Rückfahrt zusammen) daheim. Ich denke, wir hatten alle viel Spaß und auch Erfolg.

Vielen Dank auch noch mal an Harry Wolf von der Firma Sauer, dass er bereit als Sponsor unsere Reise mit zu finanzieren!!!!

Im nächsten Jahr wird die Tour dann nach Budapest gehen. Mal sehen, was uns dann dort erwartet...

Das sollte ein kurzer Nachruf werden, ist aber ein bisschen länger geworden. Ich wünsche Alex Riedl noch viel Erfolg bei der Vorbereitung des BHvS 2001 in Mannheim und hoffe, Euch alle dort wieder zu treffen.

Euer Hendrik aus Leipzig


Hendrik Pusch